vakantie vieren

Wie gestaltet man eine Wohnung für eine vierköpfige Familie auf knapp über 50m² mit Rückzugsmöglichkeiten für Alle, zwei Schlafzimmern, viel Staufläche und tagsüber ausreichend Platz zum Wohnen – noch dazu in schlecht belichteten, unproportionierten Räumen?

Inspiration für das Projekt kam aus den Niederlanden. Dort entwarf und baute der Architekt Gerrit Rietveld 1924-1925 für Truus Schröder das Rietveld-Schröder Haus. Dem Wunsch nach Flexibilität – nach offenen, einfach von einander zu trennenden Zonen, kam Rietveld entgegen, indem er mit Hilfe von Schiebewänden, Fächern, Klappen, Farben und maßgeschneiderten Möbeln unterschiedlichste Raumkonfigurationen und Atmosphären schuf.

Für den Wohnungsumbau in Kauns in Tirol lag die Schlüsselstelle darin, den Eingang in das bestehende Treppenhaus zu verlegen. Dazu war es notwendig, das Badezimmer in einer Art und Weise um zu gestalten, wie das ein Jahr zuvor im Haus Aifnerspitze bereits erfolgreich umgesetzt worden war. Die Verkleinerung des Badezimmers machte es zudem möglich, den von den Bauherrn gewünschten, permanent abgetrennten Schlafraum für die Eltern zu schaffen. Die Belichtung dieses Raumes erfolgt einerseits über ein neues Fenster in der Haustrennwand und anderseits über ein Oberlicht.

Herzstück des Appartements bildet ein südöstlich ausgerichteter, multifunktionaler Raum, der eine Vielzahl von Möglichkeiten und unterschiedliche räumliche Erlebnisse bietet. Für den Boden wurde in allen Räumen ein widerstandsfähiger, grau geölter Dielenboden aus heimischer Esche gewählt.

Als Gegensatz dazu wurden sämtliche Tischlereinbauten in hellem Ahorn ausgeführt. Dabei wurden die Schiebetüren zusätzlich weiß geölt – vom Tischler als „geblichener Ahorn“ beschrieben. Als temporäre Trennung zwischen Schlafkoje und Erschließungszone wurden grüne Wollfilzvorhänge gewählt. Eine Vielzahl an (teilweise versteckten) Staufächern, Nischen, Schubladen und Kästen spielen geschickt auf die Nutzung als Wochenend- und Ferienwohnung ein.

vliegend tapijt

Haus “Aifnerspitze” wurde Mitte der 1990er Jahren als Doppelhaushälfte in steiler Hanglage über vier Geschoßen errichtet. Als “letztes Haus” einer Wohnsiedlung thront es wie ein Adlersnest über die Gemeinde Kauns und bietet ein überwältigendes Panorama von den Ötztaler Alpen bis zur Samnaungruppe in der Schweiz. Im Zuge eines Besitzerwechsels sollten die Innenräume umgestaltet und hauptsächlich für Ferien-zwecke zeitgemäß adaptiert und saniert werden.

Für die bestehenden Naßräume und den neuen Saunabereich wurde ein sorgfältig zusammengestelltes Paket an Materialien geschnürt: Terrazzofliesen für die Böden, graue Keramikfliesen im Spritz-Wasserbereich und unregelmäßig strukturierte Putzflächen in Grau- und Weißtönen wurden hier mit Eichenholz zu einem neuen, harmonischen Ganzen kombiniert. In Küche und Essbereich wurde auf eine Mischung aus weiß geölter Eiche, mattgrauem Schicht-Stoffplatten und Naturstein gesetzt. Der Kuchenblock steht als freistehendes, multifunktionales Element in den Raum und bildet damit ein zentraler Treffpunkt zum Kochen, Trinken und Reden.

knutselwerk

Der Dachboden des ehemaligen Gemeindeamtes wurde über die Jahre von einer Vielzahl von Vereinen genutzt. Im Zuge des Kindergarten-Neubaus wurden für den Krippenbauverein im Dorf neue Räumlichkeiten geschaffen.

Die Adaptierung des Dachbodens erfolgte as found; vorhandene Leuchtkörper und Tische wurden gereinigt und ggf. in stand gesetzt; Wände und Decken blieben unverändert und wurden weiß gestrichen. Heizkörper, Schaltermaterial, Lampen und Möbel sind allesamt gebrauchte Gegenstände die hier eine weitere Verwendung gefunden haben. Der in mitleidenschaft gezogene Boden aus OSB-Verlegeplatten wurde mit einer beige-farbenen Beschichtung versehen.

Die Räumlichkeiten sind als co-working space konzipiert und bieten die Möglichkeit für drei zusätzliche Arbeitsplätze für Jung- und Kleinunternehmer in Sistrans. Die Ausführung des Umbaus erfolgte großteils in Eigenregie.

kikker is thuis

Eine Fingerübung für Frosch.

Als Familiendienst wurde ein Konzept für die Sanierung einer Vierzimmerwohnung im Innsbrucker Stadtteil Reichenau entwickelt. Die von der österreichischen Buwog errichtete Wohnung hatte im vorgefundenen Zustand fast schon Kultcharakter, denn außer einer Gasetagenheizung und neuen Fenstern wurde seit den 1950er Jahren eigentlich nichts gemacht.

Ein paar Macken hatte die Wohnung allerdings: die Küche war -für die Bauzeit üblich- winzig klein und auch das Badezimmer mit den rosaroten Fliesen brauchte eine Verjüngungskur.

Nichttragende Wände fielen dem Schremmhammer zum Opfer, die Küche wurde damit zum Teil des Essraumes. Ein befreundeter Tischler baute aus durchgefärbten MDF-Platten dann die Küche passgenau ein. Das Badezimmer bekam neben einer großen Wanne auch eine Dusche. Verfliest wurde eigenhändig – in Schwarz-Weiß. Ein wenig Farbe hätte den Raum bestimmt wieder gutgetan.

Unter dem abgenutzten Vinylboden in Gang und Küche kamen Holzriemen zum Vorschein – keine Seltenheit bei Altbauten. Das Buchenholz wurde von den vielen Nägeln entfernt und wie die restlichen Parkettböden in den Zimmern, sorgfältig geschliffen und geölt.