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Titel, Ort, Zeit, TypOrtTypZeitraumStatus

erop of ernaast

AldransWohnen2022/09Einreichplanung

ZeitraumStatus

  • 2022/09 Einreichplanung
  • 2022/03 Entwurfsplanung
  • 2022/02 Vorentwurf
  • 2021/12 Grundlagenanalyse

Titel Beschreibung

Erop of ernaast

Eine Speckgürtelgemeinde und ihre Baurichtlinien

Die Gemeinde Aldrans liegt knapp fünf Kilometer südlich der Landeshauptstadt Innsbruck und stand in den letzten zwei Jahrzehnten unter einer regen Bautätigkeit. Seit einigen Jahren wird von der Gemeinde versucht,
der Bauwut mittels „besonders strenger Baurichtlinien¹“ entgegen zu wirken. Diese sollten in erster Linie dazu führen, die Bautätigkeit der privaten Bauträger einzudämmen. Bei genauer inhaltlicher Betrachtung hat dies jedoch
auch zur Folge, dass damit der private „Häuslbauer“ unverhältnismäßig hart getroffen wird. Ob das tatsächlich von der Gemeindeführung so gewollt war?

Unsere Auftraggeberin hat hier vor einiger Zeit das Haus ihrers Vaters geerbt, das nun zu eigenen Wohnzwecken von Grund auf saniert und erweitert werden soll. Das ständige Pendeln vom derzeitigen Wohnsitz am Seefelder Plateau
in die Stadt und die steigenden Taxidienste für die heranwachsenden Kinder stellten zudem eine immer größer werdende Belastung dar.

Eine klassische Aufstockung des Bestands wurde durch die in der Richtlinie festgelegte Höheneinschränkung de facto unmöglich gemacht; stattdessen bot das betonierte Garagendach Potential, einen leichten Holzbau
neben dem Haupthaus anzudocken. Ein schöner Nebeneffekt: im Erdgeschoss konnte eine Zweizimmer-Gartenwohnung für den derzeit im Altersheim wohnenden Vater der Auftraggeberin gestaltet werden, im Stockwerk darüber die neue Bleibe für die Familie.

Nachdem wir einen enormen Kostendruck seitens der Auftraggeberin verspürten, schlugen wir drei Firmen vor, um ihre Umsetzungsvorschläge samt Kostenberechnung für die geplante Erweiterung vorzulegen. Das Rennen machte
nach mehreren Verhandlungsrunden letztendlich eine kleinere Zimmerei aus dem Inntal. Ausschlaggebend war dabei vor allem, dass neben der ökologischsten Bauweise mit leimfreien Massivholz und Lehm, auch der Anteil an Eigenleistung
bei jener Firma am größten war. In der Zwischenzeit kümmerte sich die Bauherrin selbst um die Einholung der Angebote für die weiteren Gewerke; Bauerfahrung hatte die Auftraggeberin bereits vor 20 Jahren beim Innenausbau ihres Ökohauses
eines Vorarlberger Holzbaupioniers² in Scharnitz gesammelt.

Geheizt wird vortan mit Pellets, der Öllagerraum wurde einfach als Pelletslagerraum umfunktioniert. Die Stromerzeugung wird zu einem erheblichen Teil durch die neue Photvoltaikanlage abgedeckt.

Aufgrund des sehr geringen Budgets sehr hoher Anteil an Eigenleistung.

Titel Dokumentation

Zusatzinformationen

Teilabbruch, Um- und Zubau von einem Einfamilienhaus in Aldrans


Auftraggeber: privat


Grundstücksgröße: 632 m²

Netto-Grundfläche: 179 m²


¹Zitat des vormaligen Amtsleiters der Gemeinde

²Ökohaus und Fensterbau Walch aus Ludesch – das Unternehmen musste 2013 leider Konkurs anmelden


Fotonachweis Ansichtskarte Aldrans